Ein kurzer Überblick über die Neuerscheinungen, Lesungen und sonstigen Veranstaltung des Arete Verlages 2025
Januar
Die erste Neuerscheinung des Jahres 2025 hatte gleich einen Evergreen zum Thema: „Wem gehört der deutsche Fußball?“ Wie der Untertitel „Fans gegen Verbände, Polizei und Investoren“ beschreibt, untersucht der Autor Thorsten Poppe, freier Journalist u. a. für sportschau.de darin die verschiedenen Konfliktfelder, die Fans umtreiben. Das Magazin ZEITSPIEL urteilte: „Eine handliche wie hilfreiche Textsammlung für ein komplexes Thema, das den Fußball auch weiterhin beschäftigen wird und nach Antworten verlangt.“ Wie wahr …
Februar
Etwas antizyklisch in den letzten Winterwochen erschienen im Februar gleich zwei neue Laufbücher: „Das Funkeln der Schweißperlen. Geheimnisse einer Lauftrainerin“ von Joanna Zybon und „Zwischenläufe. Von der poetischen Wildheit des Laufens“ von Florian Jäger.
Florian Jäger präsentiert in seinem Buch außergewöhnliche Begegnungen, magische Momente und das Innenleben eines Dauerläufers. Dirk von Gehlen schrieb dazu: „Florian Jägers Texte sind das Äquivalent zum Runners High: Readers High.“
Joanna Zybons Buch hingegen ist ein lyrischer Schmöker, eine humorvolle Anleitung zum Laufen von Kopf bis Fuß und ein Ratgeber für Leute, die keine Ratgeber mögen, was laufreport.de zu der Warnung veranlasste: „Vorsicht: Dieses Buch kann einem die schlechteste Laune verderben!“
Ein Monat ganz ohne Fußball geht natürlich nicht, und so erschien Ende Februar „Ein Hund hätte dem Spiel gutgetan. Reportagen aus der Welt des mittelguten Fußballs Hamburgs und Umgebung“ von Johannes Stahl. Ein Buch, das voller treffender Alltagsbeobachtungen ist und bei 11FREUNDE die Wertung auslöste: „So gut mittelgut sein“.
März
Der März steht für Verlage traditionell im Zeichen der Leipziger Buchmesse. Wir waren am Gemeinschaftsstand unserer Verlagsauslieferung Die Werkstatt vertreten. Höhepunkt war die Lesung von Albrecht Breitschuh aus seinem Buch „Immer nur rot-weiß gedacht. Klaus Augenthaler – eine FC Bayern-Legende“.
April
Viele hatten schon darauf gewartet, im April war es dann endlich soweit: Der zweite Band vom „Buch der ungewöhnlichen Fußballspiele“, jetzt mit Partien ab dem Jahr 2000, kam auf den Markt. Wieder hatte das „Trüffelschwein“ Jörg Heinisch schier unglaubliche Vorkommnisse aus aller Welt zusammengetragen. Das konnte im Urteil der Jury nur heißen: „Volle Punktzahl – nicht nur in Sachen Fleiß, auch beim Entertainment.“ (11FREUNDE)
Mai
Pfostenbruch, Büchsenwurf, Netzers Jahrhundert-Pokal-Tor – kennt ja jeder, dachte sich der VfL-Experte Holger Jenrich und entdeckte für „Borussia Mönchengladbach – die 100 wichtigsten Spiele“ noch 97 weitere Begegnungen aus 125 Jahren Vereinsgeschichte, die absolut erinnerungswürdig sind. Ein Buch, das allen Gladbach-Fans schon alleine aufgrund der Aufstellungen das Herz erwärmen sollte.
Juni
Jutta Braun und René Wiese vom Zentrum deutsche Sportgeschichte sind vielleicht die Experten zur Geschichte des Dopings im DDR-Sport. 2024 hatten sie im Arete Verlag die Studie „Sportgeschichte vor Gericht: Ein Gutachten zu Dopingpraxis und SED-Unrecht im DDR-Sport“ in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund Thüringen und der Thüringer Staatskanzlei herausgegeben. Im Juni 2025 präsentierten und diskutierten sie ihre Ergebnisse in Neubrandenburg bei einer Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und kurz danach in der Medizinischen Hochschule Hannover.
Juli
Hartmut Scherzer ist eine Sportjournalisten-Legende, die seit den 1960er-Jahren keine Olympischen Spiele und keine Fußballweltmeisterschaft verpasst hat. Schon aufgrund seines Faibles für das Profiboxen und seiner Freundschaft mit Muhammad Ali hat er den Weg von afroamerikanischen Sportlern immer besonders interessiert. Für sein von ihm herausgegebenes Werk „Die ersten schwarzen Champions. 125 Jahre Rassismus im Sport“ konnte er zahlreiche Kolleginnen und Kollegen gewinnen, über 35 Porträts von einzigartigen Persönlichkeiten zu schreiben.
August
Jörg Heinisch ist mit seinen Bänden „Das Buch der ungewöhnlichen Fußballspiele I und II“ das gesamte Jahr über auf Lesetour. Wer sich über die aktuellen Termine informieren oder ihn buchen möchte, wird hier fündig: Fan geht vor. Ende August machte er endlich auch Station in Hildesheim. Ein Heimspiel für uns und sicherlich kein Auswärtsspiel für ihn. Viele „Ohhs“, „Ahhs“ und auch Gelächter ob der vielen skurrilen Geschichten begleiteten die Lesung.
September
Und die Lesungen gingen im September weiter: Anfang des Monats kam Johannes Stahl nach Hildesheim und las aus „Ein Hund hätte dem Spiel gutgetan“ in Ameis Buchecke. Fußball und Literatur, das ist ja häufig eine schwierige Kiste, aber an diesem Abend kamen beide Fankurven voll auf ihre Kosten.
Mitte des Monats folgte der 36. Berliner Literatur-Marathon im Jazzclub Schlot. Wir waren mit Joanna Zybon und Florian Jäger prominent vertreten.
Und ein Monat ganz ohne Fußball geht natürlich (siehe oben): Ende September erschien „100 außergewöhnliche Fußball-Battles für 2“ von Jan Hohagen. Ein Buch für alle, die am liebsten den ganzen Tag Fußball spielen wollen, und zwar nicht 11:11, sondern als kleine freundschaftliche Battles und Competitions. Der Trailer gibt einen Eindruck vom Inhalt des Buches.
Oktober
Was Leipzig im März ist, ist Frankfurt im Oktober: der Nabel der (deutschen) Buch-Welt. Wir waren auch wieder auf der Frankfurter Buchmesse vertreten, unter anderem mit einer Signierstunde von Hartmut Scherzer („Die ersten schwarzen Champions“).
November
Klaus Augenthaler ist nicht nur Fußball-Weltmeister, sondern auch – manche mögen es nicht glauben – ein exzellenter Entertainer mit trockenem Humor und einem unendlichen Reservoir an Geschichten. Kein Wunder, dass zum Benefizabend samt Lesung am 15. November Hunderte Gäste in die Asmundhalle nach Assamstadt kamen.
„Der Zauber des heiligen Rasens“ hat Sascha Kurzrock sein neuestes Buch genannt. Und in der Tat entfaltet der Retro-Katalog mit seinen über 800 Objekten noch einmal die wundersame Bundesliga-Welt der 70er bis 90er Jahre. Wie Sascha am Ende des Buches resümiert: Es war nicht alles besser damals, aber einen „so geilen Scheiß“ wird es nicht wieder geben.
Dezember
Der Berliner Fußball-Verband ist der erste Regional- oder Landesverband des DFB, der seine NS-Geschichte wissenschaftlich hat aufarbeiten lassen. „Eine Stütze des Systems? Der Berliner Fußball im Nationalsozialismus“, herausgegeben von Daniel Küchenmeister und Thomas Schneider, versammelt mehrere längere Beiträge zu Einzelaspekten und erlaubt einen ersten Eindruck zur Verbandsgeschichte zwischen 1933 und 1945.
Fast schon traditionell beschließen die regionalhistorischen „Beiträge zur Geschichte der Stadt Gronau (Leine)“ unser Publikationsjahr. Im Mittelpunkt des Jahrgangs 2025 steht das Kriegsende in Gronau vor 80 Jahren.
Vielen Dank für Eure Lese-Treue und kommt gut ins neue Jahr!
